Cashflow erhöhen dank High Yield ETFs

Cashflow erhöhen dank High Yield ETFs

Dom

Zuletzt aktualisiert: 29. Januar 2026

Viele Anleger konzentrieren sich beim Vermögensaufbau vor allem auf Kurswachstum. Doch mit wachsendem Portfolio gewinnt ein stabiler, planbarer Cashflow zunehmend an Bedeutung. In diesem Beitrag zeige ich, wie ich meine Strategie durch High Yield ETFs erweitert habe, um regelmässige Ausschüttungen zu erzielen, ohne das investierte Kapital unnötig zu gefährden. Dabei liegt der Fokus auf ETFs mit Optionsstrategien, die attraktive Einkünfte aus Prämien und Dividenden kombinieren. 

High Yield ETFs als erweiterte Investmentstrategie

Der langfristige Vermögensaufbau über breit diversifizierte Aktien-ETFs wie dem Vanguard FTSE All-World (VWRL) bildet nach wie vor das Fundament meines Portfolios. Mit zunehmender Portfolio-Grösse und wachsendem Fokus auf finanzielle Flexibilität hat sich mein Blick jedoch erweitert. Neben reinem Kapitalwachstum rückte eine weitere Frage immer stärker in den Vordergrund:

Wie lässt sich ein stabiler, planbarer Cashflow generieren, ohne dabei das investierte Kapital schleichend zu zerstören?

Die Antwort darauf fand ich in einer gezielten Ergänzung meiner bestehenden Strategie durch High Yield ETFs allerdings mit klaren Qualitätskriterien. Denn hohe Ausschüttungen allein sind kein Qualitätsmerkmal. Entscheidend ist, wie diese Ausschüttungen zustande kommen.

Warum Cashflow im Portfolio an Bedeutung gewinnt

Solange man sich rein in der Aufbauphase befindet, spielt laufender Cashflow oft eine untergeordnete Rolle. Kurswachstum steht im Vordergrund, Dividenden werden reinvestiert, und Schwankungen werden ausgesessen. Mit der Zeit verändert sich jedoch der Blickwinkel. Ein Portfolio soll nicht nur wachsen, sondern auch tragfähig werden.

Regelmässige Erträge bieten mehrere Vorteile: Sie erhöhen die Flexibilität, reduzieren den Druck, in ungünstigen Marktphasen Anteile verkaufen zu müssen, und erlauben es, neue Investitionen ganz oder teilweise aus laufenden Einnahmen zu finanzieren. Gerade in volatilen Marktphasen kann ein stabiler Cashflow auch psychologisch einen grossen Unterschied machen.

Genau hier stossen klassische Welt-ETFs jedoch an ihre Grenzen. Die Dividendenrendite ist oft relativ tief und reicht kaum aus, um einen spürbaren Einkommensstrom zu erzeugen. Für Anleger mit klarer Cashflow-Orientierung braucht es daher ergänzende Instrumente.

High Yield ETFs: Chance und Risiko

High Yield ETFs verfolgen das Ziel, überdurchschnittlich hohe Ausschüttungen zu generieren. Diese können aus dividendenstarken Aktien, Optionsstrategien wie Covered Calls oder spezialisierten Income-Ansätzen stammen. Richtig eingesetzt können solche ETFs den laufenden Ertrag eines Portfolios deutlich erhöhen.

Das Problem: Nicht jede hohe Ausschüttung ist nachhaltig. Viele Produkte zahlen attraktive Dividenden, verlieren aber gleichzeitig stetig an Substanz. Der Nettoinventarwert (NAV) sinkt über die Jahre, weil ein Teil der Ausschüttungen faktisch aus dem eigenen Kapital stammt. Für Anleger, die langfristig denken, ist das eine ungünstige Kombination.

Deshalb war für mich von Anfang an klar, dass nicht die Höhe der Dividende, sondern deren Qualität entscheidend ist.

Die sogenannte NAV-Erosion ist eines der grössten Risiken bei High Yield ETFs. Sie tritt auf, wenn ein ETF regelmässig mehr ausschüttet, als er effektiv erwirtschaftet. Kurzfristig sieht das attraktiv aus, langfristig wird jedoch Substanz vernichtet.

In meiner erweiterten Strategie berücksichtige ich deshalb nur Produkte, bei denen:

  • die Ausschüttungen aus realen Erträgen stammen
  • der NAV über längere Zeit stabil bleibt
  • die Strategie auch in unterschiedlichen Marktphasen funktioniert

Das schränkt die Auswahl zwar ein, erhöht aber die Qualität massiv. Ziel ist nicht maximale Rendite um jeden Preis, sondern nachhaltiger Cashflow bei bestmöglichem Kapitalschutz.

Wie sich High Yield ETFs sinnvoll ins Gesamtportfolio einfügen

Wichtig ist mir an dieser Stelle eine klare Einordnung: High Yield ETFs ersetzen keinen breit diversifizierten Vermögensaufbau (zumindest bei mir nicht). Sie sind eine Ergänzung. Der Kern meines Portfolios besteht weiterhin aus klassischen Aktien-ETFs mit Fokus auf Wachstum.

Die High Yield Komponente erfüllt eine andere Aufgabe. Sie sorgt für laufende Einnahmen, erhöht die Stabilität des Portfolios und verbessert die Planbarkeit. In Kombination entsteht so ein ausgewogener Mix aus Wachstum und Einkommen, der sowohl langfristig als auch kurzfristig Mehrwert bietet.

Trotz aller Sorgfalt sind auch High Yield ETFs nicht risikofrei. Marktveränderungen können sich auf Ausschüttungen auswirken, Optionsstrategien funktionieren nicht in jeder Marktphase gleich gut, und Währungsrisiken insbesondere gegenüber dem US-Dollar sollten nicht unterschätzt werden. Alleine im Jahr 2025 verlor der US-Dollar gemessen am US-Dollar-Index (DXY) rund 9–10 % an Wert. Gegenüber dem Schweizer Franken entsprach dies einem Rückgang von rund 12 %. Für CH-Anleger mit nicht währungsgesicherten US-Dollar-Investments wirkte sich diese Entwicklung direkt negativ auf die Rendite aus. Eine Währungsabsicherung kann solche Schwankungen zwar reduzieren, ist jedoch mit zusätzlichen Kosten verbunden und nicht bei allen ETFs verfügbar.

Umso wichtiger sind Diversifikation, ein gutes Produktverständnis und eine langfristige Perspektive. Wer High Yield ETFs nur wegen der hohen Dividende kauft, geht unnötige Risiken ein. Wer sie hingegen gezielt und bewusst einsetzt, kann davon nachhaltig profitieren.

Meine Top High Yield ETFs im Überblick

Die folgende Auflistung zeigt jene ETFs, die aktuell den Kern meiner Cashflow-Strategie bilden. Es handelt sich nicht um Empfehlungen, sondern um eine transparente Darstellung meiner persönlichen Auswahl. Ausschüttungsrenditen sind Momentaufnahmen und können je nach Marktphase variieren.

ETF Strategie Ausschüttungsrendite (ca.) Top gewichtete Titel Cashflow-Quelle Offizielle Seite
QQQI Nasdaq-100 + Covered Calls ≈ 13–15 % p.a. Nvidia, Apple, Microsoft, Amazon, Meta Optionsprämien auf volatile Tech-Titel QQQI
SPYI S&P 500 + Optionsstrategie ≈ 10–12 % p.a. Nvidia, Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet Index-Covered-Calls + Dividenden SPYI
DIVO Qualitätsaktien + selektive Calls ≈ 5–7 % p.a. RTX, Caterpillar, Microsoft, Apple, Home Depot Dividenden + punktuelle Optionsprämien DIVO
GPIQ Nasdaq-100 Premium Income ≈ 8–10 % p.a. Nvidia, Apple, Microsoft, Amazon, Meta Dynamische Covered-Call-Strategie GPIQ
GPIX S&P 500 Premium Income ≈ 7–9 % p.a. Nvidia, Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet Index-Optionen + breite Aktienbasis GPIX
KQQQ Nasdaq-100 + Income Overlay ≈ 12–14 % p.a. Alphabet, Amazon, US Treasury Bills, Broadcom Optionsstrategien auf Tech-Schwergewichte KQQQ

Wichtiger Hinweis zur Tech-Gewichtung

Mir ist wichtig, an dieser Stelle klar darauf hinzuweisen, dass die hier vorgestellten Titel sehr stark auf den Technologiesektor ausgerichtet sind. Ein grosser Teil der Strategien basiert direkt oder indirekt auf dem Nasdaq-100 beziehungsweise auf US-Tech-Schwergewichten.

Sollte es zu einer stärkeren Korrektur im Technologiesektor kommen, würden entsprechend auch diese ETFs temporär an Wert verlieren. Diese Schwankungen gehören bei einer solchen Ausrichtung klar dazu und müssen als Investor ausgehalten werden können.

Ich persönlich bin jedoch davon überzeugt, dass Technologie langfristig einer der wichtigsten Wachstumstreiber unserer Wirtschaft bleibt. Da ich grundsätzlich langfristig investiere, kann ich mit zwischenzeitlichen Rückschlägen gut umgehen. Die regelmässigen Ausschüttungen helfen mir dabei, diese Phasen zu überbrücken und mental wie finanziell ruhig zu bleiben. Ich denke immer langfristig und gehe dieses Risiko bewusst ein, weil es zu meiner persönlichen Investmentphilosophie passt.

1) QQQI — NEOS Nasdaq-100 High Income ETF

Ausschüttungsrendite: ca. ~14 % p.a.

Top-Holdings:

  • Nvidia
  • Apple
  • Microsoft
  • Amazon
  • Meta

QQQI investiert in die Aktien des Nasdaq‑100 und setzt in Ergänzung dazu eine Covered‑Call‑Optionsstrategie ein, bei der auf einen Teil des Portfolios Call‑Optionen verkauft werden, um höhere Prämieneinnahmen zu generieren. Dank der hohen Volatilität im Nasdaq‑100 sind die Prämien oft deutlich höher als bei S&P‑500‑basierten Strategien, was zu einer vergleichsweise hohen Ausschüttungsrendite führt.

🔹 Kurz erklärt: QQQI generiert Einkünfte überwiegend aus Optionsprämien auf Technologie‑Schwergewichte und zahlt monatlich hohe Erträge.

2) SPYI — NEOS S&P 500 High Income ETF

Ausschüttungsrendite: ca. 11–12 % p.a. laut Vergleichsdaten.

Top-Holdings:

  • Nvidia
  • Apple
  • Microsoft
  • Amazon
  • Meta

SPYI bildet die Komponenten des S&P 500 ab und kombiniert diese mit einer Options‑Overlay‑Strategie, bei der Index‑Call‑Optionen verkauft werden, um zusätzliche Prämien zu vereinnahmen. Dies führt zu regelmässigen Ausschüttungen bei einer breiteren, weniger technologie‑zentrierten Basis im Vergleich zu Nasdaq‑100‑ETFs.

🔹 Kurz erklärt: SPYI nutzt ein Index‑basiertes Covered‑Call‑Modell auf den S&P 500, das stabile Einkünfte aus Optionsprämien und Dividenden kombiniert.

3) DIVO — Amplify CWP Enhanced Dividend Income ETF

Ausschüttungsrendite: ca. 4.0–5.1 % p.a.

Top-Holdings:

  • RTX Corp
  • Caterpillar Inc
  • Microsoft Corp
  • The Home Depot
  • Apple Inc

DIVO verfolgt einen anderen Ansatz als reine Covered‑Call‑Indexprodukte: Er investiert in qualitativ hochwertige dividendenstarke Aktien und kombiniert diese mit taktisch geschriebenen Covered‑Call‑Optionen auf einzelne Titel. Das Ziel ist ein attraktiver laufender Ertrag bei moderater Marktexposure, nicht nur auf ein bestimmtes Indexsegment.

🔹 Kurz erklärt: DIVO vereint klassische Dividenden aus starken Aktien mit opportunistischen Optionsprämien, um sowohl stabile Ausschüttungen als auch etwas Kapitalwachstum zu ermöglichen.

4) GPIQ — Goldman Sachs Nasdaq-100 Premium Income ETF

Ausschüttungsrendite: ca.  9–10 % p.a.

Top-Holdings:

  • Nvidia
  • Apple
  • Microsoft
  • Amazon
  • Meta

GPIQ bietet Exposure zum Nasdaq‑100 und nutzt eine dynamische Covered‑Call‑Strategie, bei der die Optionsdeckungsquote je nach Marktvolatilität angepasst wird. Diese Flexibilität erlaubt es, in ruhigeren Phasen mehr Prämien einzunehmen und bei starker Rally selektiv weniger Deckung zu schreiben.

🔹 Kurz erklärt: GPIQ strebt Einkünfte durch Anpassung der Optionsstrategie an Marktbedingungen an – das kann Yield stabilisieren und gleichzeitig teilweisen Marktaufstieg zulassen.

5) GPIX — Goldman Sachs S&P 500 Premium Income ETF

Ausschüttungsrendite: ca. 8 % p.a.

Top-Holdings:

  • Nvidia
  • Apple
  • Microsoft
  • Amazon
  • Alphabet

GPIX ist ähnlich aufgebaut wie GPIQ, hat aber statt Nasdaq‑100‑Basis ein breiteres S&P 500‑Exposure, kombiniert mit einer dynamischen Covered‑Call‑Strategie. Dadurch erhält der Fonds Einkünfte aus Optionsprämien, behält aber ein etwas ausgewogeneres Marktprofil als reine Tech‑Varianten.

🔹 Kurz erklärt: GPIX schreibt Call‑Optionen über den S&P 500 und erzeugt so stabile Einkünfte, während die breite Indexbasis das Risiko im Vergleich zu reinen Tech‑ETFs etwas streut.

6) KQQQ – Kurv Nasdaq-100 Income ETF

Ausschüttungsrendite: ca. 12-14 % p.a.

Top-Holdings:

  • Alphabet
  • Amazon
  • US Treasury Bills
  • Broadcom

KQQQ ist ein aktiv verwalteter Tech‑ETF, der in grosse Technologie‑Titel investiert und zusätzlich Income‑Komponenten nutzt, etwa durch Income‑Overlay‑ oder Optionsansätze. Anders als klassische Covered‑Call‑Indexfonds ist KQQQ weniger reglementiert auf eine konkrete, indexgetriebene Call‑Strategie und kombiniert mehrere Elemente, um laufende Erträge zu generieren, oft eng verflochten mit Tech‑Gewichtung und Income‑Overlay.

🔹 Kurz erklärt: KQQQ kombiniert konzentrierte Tech‑Positionen mit Income‑Mechanismen, um Einkünfte zu erzielen, ist aber weniger klassisch als reine Covered‑Call‑ETFs.

Unterschiedliche Strategien trotz ähnlicher Tech‑Fokussierung

Obwohl alle hier vorgestellten ETFs stark technologie‑ oder US‑Markt‑orientiert sind, verfolgen sie dennoch unterschiedliche Income‑Strategien, die in verschiedenen Marktphasen unterschiedlich wirken können. Einige Produkte setzen auf eine relativ einfache Covered‑Call‑Strategie auf einen breiten Index wie den Nasdaq‑100 oder den S&P 500. Andere wiederum nutzen taktische oder dynamische Options‑Overlays, bei denen die Intensität der verkauften Optionen je nach Marktbedingungen angepasst wird, um Erträge zu stabilisieren. Zudem gibt es Ansätze, die klassische Dividendenzahlungen mit gezielten Optionsprämien kombinieren, was weniger stark von reiner Tech‑Volatilität abhängt.

Diese Unterschiede führen dazu, dass ein ETF in einem starken, schnell wachsenden Tech‑Markt unter Umständen eine andere Performance zeigt als ein ETF, der taktisch die Optionspositionen steuert oder stärker auf Dividenden setzt. Während statische Covered‑Call‑Ansätze tendenziell in seitwärts oder leicht volatilen Phasen stabile Erträge liefern können, können dynamische oder aktive Strategien in unterschiedlichen Marktumfeldern resilienter sein.

Kurz gesagt: Trotz ähnlicher Fokusbereiche eignen sich die ETFs nicht alle gleich für jede Marktphase. Meiner Meinung sollten Anleger diese Unterschiede verstehen und ihre Positionierung entsprechend ihrem Risikoprofil und Ausblick anpassen.

Wichtig: Wie bereits erwähnt, handelt es sich hier ausschliesslich um meine persönliche Vorgehensweise. Ihr solltet weder mir noch jemand anderem blind etwas nachahmen. Jeder muss selbst entscheiden, welche Strategie zu seinem Risikoprofil, seinen Zielen und seinem Anlagehorizont passt.

Umsetzung über Swissquote

Für die praktische Umsetzung meiner Strategie nutze ich Swissquote als Schweizer Broker. Ausschlaggebend dafür sind vor allem die breite Produktauswahl, der direkte Zugang zu US-Börsenplätzen sowie die zuverlässige Abwicklung von Dividendenzahlungen.

Gerade bei ausschüttungsstarken ETFs ist eine saubere und transparente Verbuchung der Erträge entscheidend. Swissquote bietet hier aus meiner Sicht eine solide Infrastruktur, die sowohl für langfristige Investoren als auch für Cashflow-orientierte Strategien gut geeignet ist.

Der Kaufprozess selbst ist unkompliziert: Die gewünschten ETFs können direkt an den US-Börsen gehandelt werden, und die Ausschüttungen werden automatisch gutgeschrieben.

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